Reiseversicherung - was und wie?

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Wenn Sie im Ausland einen Unfall haben, erkranken oder bestohlen werden, kann dies hohe Kosten nach sich ziehen. Um für alle Eventualitäten abgesichert zu sein, empfiehlt sich daher der Abschluss einer Reiseversicherung. Manche dieser Bereiche könnten allerdings bereits durch bestehende Verträge mit Versicherungen und Kreditkartenanbietern oder Mitgliedschaften in Autofahrer- oder anderen Organisationen abgedeckt sein. Prüfen Sie dies vor dem Abschluss einer eigenen Reiseversicherung unbedingt nach!

Grundsätzlich können Reiseversicherungen eine weite Bandbreite an Leistungen abdecken:

  • Reisestornoversicherung
  • Reisekrankenversicherung
  • Reiseunfallversicherung
  • Reisegepäckversicherung

 

Reisestornoversicherung

Beim Nichtantreten gebuchter Reisen werden in der Regel Stornogebühren fällig. Deren Höhe wurde 1992 in den Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) gesetzlich festgelegt und sind immer noch gültig:

Stornierungszeitpunkt                                         Stornogebühr

bis 30 Tage vor Antritt der Reise                10 % des Gesamtreisepreises

ab 29. bis 20. Tag                                     25 % des Gesamtreisepreises

ab 19. bis 10. Tag                                     50 % des Gesamtreisepreises

ab 9. bis 4. Tag                                         65 % des Gesamtreisepreises

ab dem 3. Tag                                           85 % des Gesamtreisepreises


Eine Reisestornoversicherung übernimmt in festgelegten Fällen (z.B. Unfall, Krankheit, Todesfall in der Familie) die Stornogebühr, meist unter Berücksichtigung eines Selbstbehalts. Bei manchen Veranstaltern ist sie bereits im Pauschalpreis enthalten, sonst muss der Abschluss je nach Anbieter meist noch am Tag der Reisebuchung erfolgen.


Reisekrankenversicherung

Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union haben Sie im Krankheitsfall gesetzlichen Anspruch auf unverzüglich notwendige Leistungen (Sie sollten Ihre E-Card immer bei sich führen).

Mit einigen Ländern ausserhalb der Europäischen Union bestehen spezielle Sozialversicherungsabkommen. Ihre gesetzliche Krankenversicherung übernimmt dabei maximal den Teil der Arzt- und Behandlungskosten, der im Inland für die Behandlung aufzuwenden gewesen wären (Vorlage der Honorarnote ist nötig!). Mehr Informationen dazu und Auslandskrankenscheine erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

In allen anderen Staaten sind die Kosten der Behandlung unmittelbar selbst zu bezahlen. Ausserdem kann bei schlechter medizinischer Versorgung vor Ort ein rascher Heimtransport notwendig sein. Ihre gesetzliche Krankenversicherung zu Hause vergütet einen Teil davon, den Rest deckt Ihre Reisekrankenversicherung.

Bei den Angeboten findet sich eine grosse Bandbreite an Leistungen und Höchstbeträgen, Versicherungsbedingungen und Haftungssauschlüssen. Sie sollten daher immer Vergleichsangebote einholen.

Die meisten Kreditkarten bieten ebenfalls einen Versicherungsschutz, machen in vielen Fällen aber die Bezahlung der Reise mit der Karte oder zumindest ihre regelmässige Benützung zur Voraussetzung. Auch hier ist das Anschauen der genauen Geschäftsbedingungen ratsam.


Reiseunfallversicherung

Die Reiseunfallversicherung deckt im Unglücksfall Kosten für Bergung, Rückholung, bleibende Invalidität und Todesfall. In der Regel wird dies durch eine private Unfallversicherung weltweit abgedeckt. Eine zusätzliche Absicherung benötigen Sie nur bei zu niedriger Versicherungssumme.

Die meisten Kreditkarten bieten ebenfalls einen Versicherungsschutz, machen in vielen Fällen aber die Bezahlung der Reise mit der Karte oder zumindest ihre regelmässige Benützung zur Voraussetzung. Auch hier ist das Anschauen der genauen Geschäftsbedingungen ratsam.


Reisegepäckversicherung

Die Reisegepäckversicherung deckt mit verschiedenen Höchstgrenzen Diebstahl und Schäden an Ihrem Reise- und Handgepäck ab. Die meisten Kreditkarten beinhalten eine Reisegepäckversicherung, das Einholen genauer Information ist ratsam. Ein gesonderter Abschluss ist nicht unbedingt zu empfehlen, da in der Regel sehr strenge Vorschriften für die Überwachung des Reisegepäcks gelten und es in vielen Fällen zur Leistungsablehnung kommt.


Was tun im Schadensfall?

Benachrichtigen Sie sofort und schriftlich Ihren Versicherer: Die Fristen für die Meldung sind meist sehr knapp, und von der Einhaltung dieser Fristen hängt Ihr Leistungsanspruch ab. Nehmen Sie daher die relevanten Notrufnummern mit für den Kontakt mit Ihrer Versicherung und zur Sperrung Ihrer Bankomat- und Kreditkarten. Lassen Sie sich im Krankheitsfall unbedingt medizinische Behandlungen bestätigen und verklangen Sie detaillierte Rechnungen, die Sie später vorlegen können. Bei Sachschäden oder Diebstahl müssen Sie auch eine Anzeige bei der zuständigen Polizeistelle machen.

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